Diablo 3 – Action-Rollenspiel
Zwölf Jahre seit dem Erscheinen von Blizzards Hit Diablo 2 hat es gedauert, bis sein Nachfolger endlich im Handel erhältlich war. Wochenlang fieberten die Fans dem Releasetermin von Diablo 3 entgegen, tauschten sich in Foren aus, diskutierten jedes geplante Detail des erwarteten Megahits. Doch kann das fertige Spiel diesen hoch gesteckten Erwartungen überhaupt gerecht werden?
Diablo 3 – das Spielprinzip
Das Spielprinzip von Diablo 3 orientiert sich direkt an seinen Vorgängern. Wieder geht es darum, die Welt Sanktuario vor den einfallenden Mächten der Hölle zu beschützen. Die Spielfigur wird aus der Vogelperspektive durch Dungeons, finstere Wälder und andere handlungsrelevante Orte gesteuert, um diese von Monsterhorden zu befreien. Damit man sich der fiesen Horden erwehren kann, stehen jeder der fünf Spielklassen eine breite Palette an Fähigkeiten zur Verfügung – mächtige Nahkampfangriffe, Magie und Schutzzauber sind nur einige davon.
Die verschiedenen Dungeons und Spielgebiete sind thematisch hervorragend in die vier Akte des Spiels eingebunden. Neben den Hauptquesten – die zwangsweise für den Spielfortschritt absolviert werden müssen – finden sich abseits des Weges immer wieder kleine Nebenaufgaben, die den Spielfluss auflockern und zusätzliche Belohnungen abwerfen.
Diese Belohnungen stellen auch die Hauptmotivation in Diablo 3 dar. Regelmäßig lassen erschlagene Monster Gegenstände fallen, die mit etwas Glück eine starke Verbesserung für die Spielfigur darstellen können. Das Game befriedigt auf diese Art – ganz wie seine Vorgänger – unaufhörlich den Sammelwahn der Spieler und lockt sie immer wieder zu neuen Runden. Hier noch ein neues Schwert suchen, da eine neue Rüstung und schon sind wieder einige Stunden Spielzeit vergangen.
Diablo 3 – Technisches und Onlinezwang
Technisch ist Diablo 3 ausgereift und stimmig. Auch wenn die Grafik-Engine ein wenig polygonarm daher kommt, ist das Gesamtbild hervorragend düster und wirkt wie aus einem Guss. Deplatzierte Effekte oder Animationen gibt es so gut wie nie.
Hauptkritikpunkt vieler Spieler an Diablo 3 ist sein Onlinezwang. So wird auch für Solospieler eine ständige Verbindung mit Blizzards Battle-Net-Servern vorausgesetzt. Dieser Zwang soll allen voran der Sicherheit dienen, da so Cheatern und Raubkopierern ihr Werk erschwert wird. Die konsequente Vorgehensweise hat jedoch auch ihre Schattenseiten: Gerade in den ersten zwei Wochen nach dem Start von Diablo 3, beschwerten sich unzählige Spieler über die häufige Downtime der Server, die das Spielen gerade zur Feierabendzeit unmöglich machten.
Umstritten ist ebenfalls das geplante Echtgeld-Auktionshaus. Dort kann man gefundene Gegenstände gegen bare Euros miteinander handeln. Ein Feature, mit dem laut Blizzards Aussage der Handel auf E-Bay umgangen werden soll.
Fazit
Wie seine Vorgänger schafft es Diablo 3, den Sammeltrieb im Spieler zu wecken und ihn so immer wieder an den Rechner zu locken. Auch wenn auf technischer Seite noch Verbesserungsbedarf besteht, ist Blizzard wieder einmal ein großartiges Game gelungen, um das kein eingefleischter PC-Gamer herum kommen wird.
“Diablo 3″ hat nicht mehr Anspruch, als irgendein beliebiges Zynga-Browsergame, über dessen spielerischen (Un-) Sinn die halbe Spielewelt meckert. Dennoch kassiert es Höchstwertungen und verkauft sich wie geschnitten Brot. Wo ist da eure Objektivität geblieben, liebe Kollegen? Ich meine so in Zeiten von “Dark Souls”, “The Witcher 2″ oder “Skyrim”. Reicht es euch, einfach so drauf loszuklicken? Darf ein Spiel nicht etwas Abwechslung oder Originalität besitzen? Warum lasst ihr euch von einem Hersteller über den Tisch ziehen, der nur ein Grafikupdate anbietet, das zum Verkaufsstart noch nicht einmal richtig funktionierte? Fragen über Fragen, deren Antworten wohl einiges klären würden, warum es mit dem Wert des Mediums “Computerspiel” so schlecht bestellt ist.